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Die Dreifaltigkeitskirche zu Alsfeld

Hauptschiff der Dreifaltigkeitskirche
Hauptschiff der Dreifaltigkeitskirche

Die Dreifaltigkeitskirche, wie sie seit 1664 genannt wird, ist die ehemalige Klosterkirche des Augustinereremitenordens, eines Bettelordens, der sich im Mittelalter am Stadtrand, dicht am Mainzer Tor und im Winkel zwischen Rossmarkt und Stadtmauer niedergelassen hatte. Mit den sich südlich anschließenden Ruinen und dem benachbarten Spital bildet sie den Rest des 1527 aufgehobenen Augustinerklosters.

Zur Geschichte des Augustinerklosters in Alsfeld

Seitdem der Frankenberger Chronist Wigand Gerstenberg kurz vor 1500 schrieb, das Augustinerkloster in Alsfeld sei 1244 gegründet worden, hält sich hartnäckig dieses falsche Datum in der Literatur. Ab 1244 war lediglich der Augustinereremitenorden in der Toskana durch die Vereinigung älterer Eremitengemeinschaften und -häuser geschaffen worden. Auch der Hinweis auf eine Bulle des Papstes Alexander IV. von 1255 ist kein Beleg für die Existenz des Klosters in Alsfeld zu dieser Zeit.

Die älteste Urkunde, die von Prior und Konvent der Augustinereremiten in Alsfeld besiegelt worden ist, stammt vom 14. Dezember 1309. Zu diesem Zeitpunkt bestand ein voll ausgebildeter Konvent in Alsfeld. Von dieser Urkunde ausgehend und durch Vergleich der in Urkunden aufgeführten Reihenfolge der Namen der Augustinerklöster, die der 1299 entstandenen thüringisch-sächsischen Provinz des Ordens angehörten - nämlich Erfurt (gegr. 1266), Gotha (gegr. 1258), Nordhausen, Eschwege (gegr. 1278), Alsfeld, Langensalza (gegr. 1280), Sangerhausen und Neustadt an der Orla (gegr. 1294) - erschloss A. Eckhardt als Gründungsdatum des Alsfelder Klosters den Zeitraum von 1280 bis 1290.

Vieles spricht dafür, dass die Augustiner aus Thüringen nach Alsfeld gekommen waren und dass das Kloster in Gotha das Mutterkloster gewesen sein muss.
Sollte der 1296 als Student an der Universität Bologna immatrikulierte Wolpertus de Alsvelt Augustiner gewesen sein, so wäre dies ein weiterer Beleg für das Bestehen des Klosters in Alsfeld vor dem Jahr 1300.

Augustinerkloster mit Dreifaltigkeitskirche - Rekonstruktion
Augustinerkloster mit Dreifaltigkeitskirche - Rekonstruktion

Für den Bau der Klöster gab es gewisse Regeln.
Die Gebäudegruppen waren in einem Viereck angeordnet. An der Nordseite stand meist die Kirche. In dem Gebäude an der Ostseite befanden sich im Untergeschoss Sakristei, Kapitelsaal und Auditorium, im O-bergeschoss die Zellen der Mönche. Das die Südseite des Hofes begrenzende Gebäude enthielt den großen Speisesaal, das Refektorium, darüber die Nebenräume. Den Übergang zum westlichen Flügel mit den Wirt-schaftsräumen stellte die Küche dar. Um den so gebildeten Innenhof verlief der Kreuzgang, ein überdachter, offener, laubenartiger Wandelgang.   

Das Leben der Augustiner war durch ihre Verfassung bis ins Kleinste geregelt. Jeder Bruder hatte seine eigene Zelle, lediglich mit Lagerstätte, Tisch und Stuhl ausgestattet. Siebenmal am Tag rief die Gebetsglo-cke in die Kirche. An den Festtagen wurde eine Konventmesse gesungen, jeden Montag eine Totenmesse, auf die eine Prozession durch Kirche und Kloster folgte - Neben einem Hochaltar, der wahrscheinlich der Jungfrau Maria geweiht war, gab es noch drei Altäre im Kloster.
Auch zu den Mahlzeiten rief das Glockenzeichen. In feierlicher Prozession ging es zum Esssaal. Der Verkehr mit der Außenwelt war beschränkt.

An der Spitze des Konvents stand der Prior, dem die Brüder unbedingt gehorchen mussten. Der Subprior hatte die Aufsicht über die Räume des Klosters. Der Kustos musste alles besorgen, was zum Gottesdienst gehörte. Er führte Rechnung über die Gaben der Gläubigen. Der Lesemeister hatte bei den Mahl- und Ge-betszeiten vorgeschriebene Abschnitte zu lesen.
Die Mittel zum Unterhalt des Bettelordens kamen durch milde Gaben der Gläubigen zusammen. Dem Klos-ter strömten reiche Gaben zu. Durch das "Seelgerät" (= mildtätige Stiftungen zum Seelenheil des Stifters) erhielt das Kloster Grundbesitz und Grundzinsen. Zwischen 1342 und 1520 sind 47 Stiftungen urkundlich überliefert.

Durch ihre Predigten hatten die Augustiner guten Zulauf, wodurch es Missstimmungen mit den örtlichen Pfarrern gab. 1404 wurde den Augustinern auferlegt, nur noch an 16 bestimmten Tagen zu predigen.

Das Anlegen der Stiftungen und Gaben in Form von Grund und Boden war 1339 zwar verboten worden, wurde aber weiter praktiziert. Überschüssiges Geld wurde angelegt. Das Verbot, Geld gegen Zinsen auszu-leihen, umging man durch den Zinskauf (= Überschreibung von Pachteinkünften). Belegt sind 75 solcher Zinskäufe.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ließ das sittliche Verhalten der Bettelmönche zu wünschen übrig. In ei-nem Steckbrief des Landgrafen Wilhelm aus dem Jahre 1480 wird das anstößige Leben eines entlaufenen Alsfelder Augustiners beklagt. 1493 bezeichnete er auch das Alsfelder Kloster als "Schlupfwinkel des Schmarotzertums".

Tilemann Schnabel

Tilemann Schnabel
Tilemann Schnabel

Der bedeutendste Mönch des Augustinerklosters war Tilemann Schnabel, der um 1500 in das Kloster eintrat und zum Studium nach Erfurt geschickt wurde.
Dort war er Luthers "Schulgesell", und Luther promovierte ihn in Wittenberg zum Doktor der Heiligen Schrift.
1520 wurde Schnabel Provinzial der thüringisch-sächsischen Augustinerprovinz und mit der Reformation zum Reformator von Alsfeld.

1525 ließ Landgraf Philipp den Klosterbesitz aufzeichnen. 1527 wurde das Kloster aufgehoben, die Kleinodien mussten der landgräflichen Kammer abgeliefert werden. Die Güter erhielt die neu gegründete Universität Marburg, später Gießen, die Baulichkeiten schenkte der Landgraf 1533 der Stadt Alsfeld für ein Spital. Doch die meisten Gebäude des Klosters zerfielen. Vielleicht waren sie auch ein Opfer der Beschießung im Jahre 1646 geworden.

Mit den Mitteln der Volkmarschen Stiftung und durch Geldsammlungen konnte die Kirche 1664 wieder hergestellt und als evangelische Dreifaltigkeitskirche für den Gottesdienst genutzt werden.
Ein spätgotisches Messbuch, ein Missale, auf Pergament geschrieben, das 1501 vollendet wurde und sehr wahrscheinlich aus dem Augustinerkloster stammt, befindet sich heute im Regionalmuseum Alsfeld.

Das Kirchengebäude

Baugeschichte

Die baulichen Anfänge gehen wohl bis in das 13. Jahrhundert zurück, als das Kloster zwischen 1280 und 1290 erbaut wurde, und aus dem vielleicht die Südwand des Chores mit der Kleeblattbogennische stammen könnte. Chor und Halle stammen aus verschiedenen Bauperioden. Um 1400 erfolgte ein Neubau des Cho-res, um 1435 der der zweischiffigen Halle. Die Wiederherrichtung als Gotteshaus erfolgte 1663/64.

1852 fand eine Erneuerung des Inneren im Stil des Spätklassizismus unter Bürgermeister Ramspeck statt. Das Chorpolygon war durch ein riesiges Orgelgehäuse im neugotischen Zinnenstil völlig verbaut, die Chorwände durch Emporen eingeengt und alles mit einer grau-weißen Tünche überzogen.

Bei der 1960/62 durchgeführten Generalrenovierung musste die Standfestigkeit des Bauwerks durch eine korsettartige Stahlklammerkonstruktion gesichert werden. Im Inneren wurden vor allem Orgel und Empo-ren im Chor herausgenommen, die Kanzel versetzt, ein Lettner im Chor eingefügt, eine Neubemalung durchgeführt, zwei neue Orgeln und zwei neue Glocken angeschafft.
Am 25. August 1963 wurde die Wiederherstellung feierlich begangen.

Äußeres

Dreifaltigkeitskirche
Dreifaltigkeitskirche

Das Gotteshaus ist ein bescheidener, turmloser und lang gestreckter Bau, 45 m lang, 10,5 m breit, mit steilem Dach. Die Innenhöhe von Kirchenschiff und Chor bis zu den Schlusssteinen misst 14, bis zum Dach-first 25 m, bekrönt von einem schlichten, 6,5 m hohen Dachreiter mit barocker Haube.

Dem langen Mittelschiff ist asymmetrisch ein nur 20 m langes und 5,50 m breites Seitenschiff an der Nord-seite angegliedert. 17 mächtige Strebepfeiler fangen den Seitendruck der Kreuzrippengewölbe des aus rustikalem Bruchsteinmauerwerk errichteten Kirchenbaus ab.

Die Außenseite von Osten her zeigt den schönen, mit fünf Seiten des Achtecks abschließenden Chor, dessen Maßwerkfenster und Strebepfeiler gute Maßverhältnisse der Hochgotik aufweisen.
 
Südlich neben dem Chor befindet sich der quadratische Treppenbau, der von einem zwerchhausartigen Dachaufbau abgeschlossen wird und dem sich die östliche Mauer des Klosterbaus mit Kapitelsaal im Erdgeschoss und Zellenbau im ersten Obergeschoss anschließt.

Vom Rossmarkt her tritt der lang gestreckte Baukörper mit dem kurzen nördlichen Seitenschiff besonders hervor, eingebettet zwischen dicht angebauten Bürgerhäusern. Auf dieser Seite befinden sich zwei schlichte Portale, die heutigen Eingänge zum Gotteshaus.

Inneres

Grundriss Dreifaltigkeitskirche
Grundriss Dreifaltigkeitskirche

Der Grundriss der ehemaligen Klosterkirche zeigt uns ein relativ langes und schmales, aber hohes Schiff, das sechs Joche aufweist und im Norden noch um ein Seitenschiff mit drei Jochen erweitert ist, getrennt durch zwei Achteckpfeiler, die ihre Schildbögen auf vier halbpolygonale Vorlagen an den Außenwänden abtragen. Das Kreuzrippengewölbe im Chor  sitzt auf Wandkonsolen, während an den übrigen Wänden und Pfeilern kurze Dienststücke angebracht sind.
Die Schlusssteine zeigen christliche Symbole und weltliche Embleme: das Lamm mit Kreuz, den segnenden Christus, den Kirchenvater Augustinus, Gott Vater, Maria mit dem Kind und einen roten Löwen auf dunklem Grund, dazu im Seitenschiff Wappen derer von Riedesel (mit dem Eselskopf), derer von Fronhausen (mit goldbewehrtem silbernem Greif ) sowie eine Christusdarstellung mit Kelch und Hostie.

Der Raum empfängt sein Licht durch zwölf Nord- und Ostfenster, während die Wand im Westen geschlossen ist. Im Süden sind durch den früheren Klosteranbau nur zwei Fenster vorhanden. Ihre Schmuckformen im oberen Teil setzen sich aus vier Grundmotiven zusammen. Während der Vierpass vor-herrscht, sehen wir bei einem Fenster eine frühe Eichelform. Es sind zweiteilige Fenster, die mit einer Wabenverglasung in Antikglas mit Bleisprossen versehen sind.

Im Chor haben sich eine Piscina (= Nische mit Abfluss; für liturgische Waschungen), eine hochgotische Kleeblattnische mit reichem Gewändeprofil und die spätgotische Sakramentsnische erhalten. Ein Portal in der Südwand führt zu dem ehemaligen Kapitelsaal mit dem dreiteiligen Buntglasfenster. Er wird von zwei Kreuzrippengewölben überdeckt und heute als Sakristei genutzt. Drei weitere, jetzt vermauerte Türen in der Südwand bildeten Zugänge zu den anderen Klostergebäuden.

Ausstattung

Nach der Aufhebung des Klosters 1527 waren alle wertvollen Einrichtungsgegenstände aus der Kirche ab-transportiert worden. Die steinerne Kanzel aus dem Jahre 1663, die am Übergang vom Chor zum Schiff steht, besitzt einen aufwändigen hölzernen Schalldeckel, bekrönt von einem Pelikan, der seine Jungen mit seinem Blut nährt.
Der hölzerne Lettner entstand bei der Renovierung 1962. Der barocke Kruzifixus, der hier Aufstellung ge-funden hat, stammt aus Süddeutschland. An den sonst kahlen Wänden erkennt man noch Reste früher Fres-ken mit Teufels- und Kreuzigungsdarstellungen.
Im Chor an der Nordwand steht ein aus dem Jahre 1695 stammendes Grabdenkmal der Barbara Vogdin gen. zu Honoldstein, Gattin des Alsfelder Amtmannes Schaffalyzky gen. von Mückhodell, mit dem Vermerk: Sie "hat der edlen Kinder 2 x 8 gezählt".

Das Bild von der Dreifaltigkeit (s. Rückseite) an der Südwand ist von besonderem theologischen Interesse. Es versucht, die göttliche Einheit in der Dreiheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist in Symbolform dar-zustellen.

Erwähnenswert sind die Bildnisse des Pfarrers und Inspektors Georg Eberhard Happel (1605-73), der sich um die Wiederherstellung der Kirche 1664 sehr bemüht hat, und des Stam Volkmar (gest. 1661), dessen Vermächtnis wesentlich zur Wiederherstellung der Kirche beitrug.
Die große Orgel auf der Westempore, die 1964 von der Orgelbauanstalt Förster und Nicolaus aus Lich ein-gebaut wurde, und die neue Kleinorgel im Chor beschließen die sonst karge Einrichtung dieser zweiten Stadtkirche Alsfelds.

Das Buntglasfenster in der Sakristei stammt von Prof. Carl Crodel.

Sakristei-Glasfenster von Prof. Charles Crodel
Sakristei-Glasfenster von Prof. Charles Crodel


Glocken

In dem mit barocker Haube versehenen Dachreiter hängen vier Glocken. Zwei stammen aus dem Jahr 1742. Die eine hat die Inschrift: STAT ALSFELD 1742, die andere: SOLI DEO GLORIA 1742 (= Gott allein die Ehre). Auf der dritten Glocke steht: JESU JUVA (=Jesus, hilf!),  auf der vierten: FÜRCHTE DICH NICHT 1963.
Die beiden jüngsten Glocken wurden von der Glockengießerei Rincker im Jahr 1963 gegossen.

Wetterfahne

Die Wetterfahne auf der Dreifaltigkeitskirche zeigt einen laufenden Löwen, vor dem ein A steht.


Literatur

A. Eckhardt: Zur Geschichte des Augustinerklosters in Alsfeld, in: Festschrift für W. Heine-meyer, Marburg 1979
A. Eckhardt: Die oberhessischen Klöster, Reg. u. Urk., 3.1.1977
E. E. Becker: Aus der Geschichte des Klosters in Alsfeld, in: Mitt. d. Gesch. u. Altert. Ver. Als-feld, 1937, S. 129-139
F. Hermann: D. Tilemann Schnabel, Alsfeld, 1905.
Pabst/Mengel: Das Augustinerkloster in Alsfeld, Sonderdruck der Handwerkerfachschule Alsfeld, 1957/58
W. Meyer-Barkhausen: Alsfeld, Marburg 1927
D. Großmann: Alsfeld, München 1976

Verfasser: Dr. Herbert Jäkel und Dipl.-Ing. Karl August Mengel (1991)
Überarbeitung:  H. Dittmar und G. Filbrandt (2004)


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