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„Wort für die Woche“ - 4. Sonntag nach Ostern (Kantate, 10.05.2020) - von Pfr. Uwe Ritter

Brief an meine Konfirmand/inn/en zum ursprünglich geplanten Tag ihrer Konfirmation

Liebe/r [Name des Konfirmanden / der Konfirmandin],

am kommenden Sonntag sollte eigentlich Deine Konfirmation stattfinden.
Das ist jetzt wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich. Wir mussten die Konfirmation verschieben. Es wird zwar bald wieder Gottesdienste geben, aber noch mit sehr beschränkter Besucherzahl, zu wenig für eine Konfirmation.

Mir ist kürzlich zu der ganzen Corona-Sache ein Bibelvers durch den Kopf gegangen, der da ganz gut passt. In Psalm 18 steht:

Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. (Psalm 18,30b)

Zur Zeit werden uns die Mauern, in denen wir uns die meiste Zeit aufhalten müssen, zu eng. Es ist in Deutschland zwar nicht so extrem gewesen wie in anderen Ländern, wo Kinder und Jugendliche wirklich wochenlang überhaupt nicht raus durften. Aber es waren und sind doch ziemliche Einschränkungen im Vergleich mit unserem „normalen“ Leben. Ich kann mir vorstellen, dass es Euch schwer fällt, jetzt schon so lange keinen direkten Kontakt mit Euren Freundinnen und Freunden gehabt zu haben. Vielleicht vermisst Ihr auch überhaupt die Kontakte in der Schule oder beim Sport. Ihr habt natürlich auch Eure Wege, um Kontakt zu halten: soziale Medien und Nachrichtendienste wie WhatsApp. Aber es ist uns gerade in dieser Zeit wieder klar geworden, dass wir doch auch die direkten Kontakte brauchen. Das „digitale Leben“ kann das „analoge“ nicht ersetzen. Wir sind eben Menschen aus Fleisch und Blut!

Ich will nochmal an meinen Bibelvers erinnern:
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. (Psalm 18,30b)

Der Mensch, der vor ungefähr 2500 Jahren diesen Psalm gebetet hat, erzählt in dem Psalm seine persönliche Geschichte. Sie hat drei Schritte:

Erster Schritt:
Am Anfang, da fühlt er sich eingeschlossen, eingesperrt, gefesselt, unfrei, dem Tod nah:
5Mich umfingen die Fesseln des Todes, / mich erschreckten die Fluten des Verderbens.
6Die Bande der Unterwelt umstrickten mich, / über mich fielen die Schlingen des Todes. 

(Text: Einheitsübersetzung)

Das heißt: Die Mächte des Todes hatten sein Leben im Griff. Was genau für eine Situation das war, wissen wir nicht. Aber es wird deutlich: Es geht um ein Eingeschlossen-Sein, ein Festgehalten-Werden.
Wir können dabei an unsere Gefühle in der Corona-Zeit denken, wie ich sie oben schon etwas beschrieben habe: Wir fühlen uns eingeschlossen, getrennt von anderen, mit denen wir gerne zusammen wären.

Zweiter Schritt:
Wie geht es beim Psalmbeter weiter? Mit seinen Mauern?
In seiner Eingeschlossenheit, hinter seiner Mauer wendet er sich an Gott:
7In meiner Not rief ich zum Herrn / und schrie zu meinem Gott.

Der Psalmbeter lässt sich nicht stumm machen von den Mauern um ihn herum. Er ruft zu Gott. Das zeigt sein Vertrauen, er setzt es ganz auf Gott.
Gott ist einer, zu dem wir rufen, zu dem wir schreien können, laut – oder auch mal ganz leise.

Dritter Schritt:
Und dann wird im Psalm ganz dramatisch Gottes Handeln geschildert, der einschreitet und sich zeigt:
20Er führte mich heraus in die Weite,
er riss mich heraus, denn ich war ihm lieb.
(Übersetzung von Jörg Zink)

Es ist zwar nicht ganz klar, was hier konkret passiert ist. Aber es sind wunderschöne Worte für eine Erfahrung der Befreiung. Sie sind Jahrtausende alt diese Worte, und können uns immer noch erzählen von einer Erfahrung der Freiheit, der Be-Frei-Ung durch Gott:
20Er führte mich heraus in die Weite,
er riss mich heraus, denn ich war ihm lieb.

Gott will Dich in die Weite, in die Freiheit führen. Und die Kraft, die Du dabei gewinnen kannst, diese Kraft drückt der Psalmbeter aus in dem schönen Satz:
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. (Vers 30b)

Du fragst jetzt vielleicht:
„Ja, das sind schöne Worte, aber was heißt das konkret - für mich?“

Wenn Du so fragst, dann hast Du sehr Recht. Das ist alles gar nicht konkret!
Wir wissen ja nicht mal, aus welcher Not Gott den Menschen, der hier betet, befreit hat. Und wie er ihn befreit hat.

Ich könnte versuchen, ein paar Beispiele zu geben, was diese Befreiung durch Gott für Dich bedeuten könnte. Aber das will ich nicht. Ich habe gemerkt, dass alle Beispiele, die ich Dir geben könnte, immer ein bisschen so klingen, also wollte ich Deine Lebensweise kritisieren: Deinen Umgang mit Medien, Deinen Umgang mit Freundinnen und Freunden. Aber das will ich gerade nicht! Es geht ja um Freiheit!

Ich will Dich (aber) einladen, selber mal nach dem Konkreten dieser Freiheit zu suchen! Versuch doch mal, in der Zeit bis zur Konfirmation den Glauben und die Kirche anders zu betrachten als bisher. Bisher stand in Deiner Konfi-Zeit vielleicht eher der Zwang, die Verpflichtung im Vordergrund: Ich muss „Unterschriften“ für den Gottesdienst-Besuch sammeln – diese und jene Veranstaltung ist „verpflichtend“…

Versuch doch mal, den Glauben als Freiheit, als Chance zu sehen!
Frag Dich in den nächsten Wochen und Monaten immer mal wieder:
„Wo kann ich Freiheit erleben, wenn ich vertraue – auf Menschen, auf Gott, auf das Leben?“

Und behalte dabei im Hinterkopf:
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein schönes „Doch-noch-nicht-Konfirmations-Wochenende“!!!

Herzliche Grüße
Dein
Uwe Ritter


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