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Wort für die Woche - 3. Sonntag nach Ostern (Jubilate, 3.5.2020) - von Pfr. Theo Günther

Eine Gedichtstrophe hat mich diese Woche beschäftigt:

Über Nacht, über Nacht
Kommt Freud und Leid,
Und eh du’s gedacht,
Verlassen dich beid’
Und gehen, dem Herrn zu sagen,
Wie du sie getragen.


Julius Sturm (1816-1896)

Ich komme später darauf zurück.

Als Predigttext für den Sonntag „Jubilate“ ist in diesem Jahr ein Abschnitt aus Jesu Abschiedsrede im Johannes-Evangelium vorgesehen – mit einem berühmten Satz, der (fast ähnlich wie Psalm 23) schon viele Generationen als Spruch und Lebensweisheit begleitet hat: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht“.

Als Weinfreund weiß ich: ein heute wirtschaftlich genutzter Weinstock in Europa wird in der Regel ca. 30 Jahre alt – je nach Rebe, Boden und aktuellem Geschmack werden manche Weinberge auch früher erneuert. Aber ich höre inzwischen auch, dass man zunehmend gute Sorten und Lagen auch wieder länger stehen lässt. „Mein Winzer“ hat mir erklärt, dass diese Stöcke dann zwar nicht mehr soviel Masse an Wein erzeugen und ein bisschen mehr Pflege brauchen – aber, dass sie es dann oft mit einer besonderen Qualität danken. Er verkauft diesen Wein unter der Bezeichnung „Alte Rebe“   und die darf dann auch etwas mehr kosten.

Eigentlich sollte an diesem Sonntag in unserer Gemeinde die erste Konfirmation (der sog. „Nord-Gruppe“) gefeiert werden. Deshalb gehen meine Gedanken heute auch besonders zu den Konfirmandinnen und Konfirmanden hin. „Alte Reben“ sind das sicher noch nicht! Um im Bild des Weinstocks zu bleiben: am Weinstock wären die Jugendlichen vielleicht gerade mal im dritten Jahr: gewöhnlich werden da die ersten Trauben des neu angelegten Weinstocks geerntet, gekeltert und abgefüllt: der „Jungfernwein“ – jung, spritzig, noch nicht so ergiebig ist er in der Regel. Er sollte bald getrunken werden, denn zum langen Lagern und Reifen ist er nicht geeignet. Diese Fähigkeiten entwickelt der Wein erst mit den Jahren – und auch nicht jeder, wie ich inzwischen weiß!

Es kommt mir vor, als haben Wein und Mensch doch manche Gemeinsamkeiten. Die jungen, spritzigen Gedanken der Konfirmand*innen haben ihren ganz eigenen Reiz – und ich wünschte mir oft, dass sie noch mehr davon raus lassen – allerdings fehlt ihnen wohl auch häufiger die Tiefe und eine Ausgewogenheit, die auch andere Sichtweisen und Erfahrungen zulässt und mit bedenkt. Diese können sich erst über viele Jahre bilden, da wir durch Freud und Leid, über Höhen und Tiefen an Themen und Haltungen „dran“ bleiben.

Das erkenne ich eben auch in Jesu Bild vom Weinstock und den Reben. Es geht um Verbindung und Verbundenheit: nur wer über viele Jahre am Weinstock bleibt = am Glauben Jesu festhält, wird eine besondere Reife und qualitative Kraft dieses Glaubens erfahren. Ich denke, eine „Frucht“ solchen beständigen Glauben kann auch die Erkenntnis sein, dass „Freud und Leid“, dass „gute Zeiten – schlechte Zeiten“, jeweils nur „Momentaufnahmen“  sind, die sich im Laufe der Jahre ausgleichen.

Jetzt ist es gerade ein schwieriges Jahr für viele: für die Konfirmandinnen und Konfirmanden, die auf ihre Konfirmation warten müssen; für die Risikogruppen, die sich oft „wie eingesperrt“ vorkommen und Einsamkeit schmerzlich spüren; für Menschen, die seit Wochen den Kopf hinhalten, weil ihre Tätigkeit „systemrelevant“ ist – und dabei oftmals auch von einer gewissen Skepsis oder gar Angst begleitet werden „hoffentlich geht es gut!“; und auch für alle, die jetzt nicht arbeiten können und wirtschaftliche Not fürchten oder schon spüren.     Für andere ist es zugleich auch ein „gutes Jahr“: zum Beispiel für das Klima und alle, die beim Blick in den fast flugzeugfreien Himmel das Gefühl haben: die Erde darf endlich mal durchatmen; oder für die einfachen Berufe, die jetzt (endlich und zu Recht!) als „systemrelevant“ erkannt und anerkannt werden.

Was es ist? Es hängt eben doch sehr von unserer jeweiligen Betroffenheit ab. Jesus kennt diese Unterschiedlichkeit und sagt vielleicht auch deshalb sinngemäß: „Bleibt durch die Zeit hindurch an mir – nur so werdet ihr in eurer Lebensbilanz feststellen: es ist doch ‚viel Frucht‘ zusammengekommen!“ Und ich nehme daraus eine gewisse „christliche Gelassenheit“ mit, womit ich zum Gedicht am Anfang zurückkehre und es leicht umformuliere: Über Nacht, über Nacht / Kommt Freud und Leid,/ Und eh ich‘s gedacht, / Verlassen mich beid’ [auch wieder] / Und gehen, dem Herrn zu sagen, / Wie ich sie getragen.

Es kommt vor Gott, wie ich Freud und Leid im Leben getragen habe: mit überschwänglicher Freude, himmelhochjauchzend die Eine – und zu tote betrübt das Andere? Lasse ich mich aus der Bahn werfen von Freud und Leid? Oder trage / nehme ich sie gelassen, Beide?: Wohl wissend, es wird auch wieder eine andere Zeit kommen und dann das ihre bringen, geben, schenken, zu bewältigen aufgeben!

Vielleicht würde ich den Konfirmandinnen und Konfirmanden in einem Konfirmationsgottesdienst, der nun leider nicht stattfinden kann, ja heute sagen: Bleibt dran – auch wenn das Leben manchmal schwierig, ungerecht und unverständlich daher kommt. Bleibt dran – und werdet nicht übermütig, nur weil ihr gerade mal im Mittelpunkt steht und sich alles um euch dreht. Bleibt dran – und entwickelt die Gelassenheit der Rebe, die trockene und verregnete saure Jahre genauso kennt wie die sonnig-süßen Jahre. Alles gehört dazu! Bleibt dran – denn diese Gelassenheit des Gottvertrauens kommt erst mit den vielen Jahren der Erfahrungen des Lebens. Auch die Erfahrung, die Jesus noch anschließt: „denn ohne mich könnt ihr nichts tun!“

In diesem Sinne: Seien Sie herzlich gegrüßt und bleiben Sie achtsam und hoffnungsvoll, mutig und besonnen, behütet und gesund.

Ihr Pfarrer aus dem Bezirk III
Theo Günther


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