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Gedanken von Pfarrer Peter Remy zum Sonntag nach dem Osterfest

„Versuchung – Vertrauen – Verantwortung“

Unter diesen drei Stichworten möchte ich mit Ihnen nachdenken über unsere Situation in diesen Wochen der Corona-Pandemie, die unser Leben wohl noch für eine geraume Zeit bestimmen wird.
Eine kleines Erlebnis erinnerte mich vor kurzem daran, wie stark diese drei Haltungen zusammenhängen: Versuchung, Vertrauen, Verantwortung.

Bei einem Spaziergang rückte mir ein Entgegenkommender ziemlich nah „auf die Pelle“, und das, obwohl ich selber bereits neben dem Weg im Feld stand. Also erinnerte ich den Mann freundlich an das Abstandsgebot, mit dem wir uns gegenseitig schützen sollten. Er kannte mich offenbar, denn er antwortete ebenso freundlich, aber auch recht bestimmt und sagte: „Aber Herr Pfarrer, Sie müssen doch auf Gott vertrauen, oder?!“

Mir fiel dabei die Bibelgeschichte ein, in der Jesus „vom Teufel versucht wird“, wie es da heißt. „Wenn du wirklich Gottes Sohn bist“, sagt die Stimme der Versuchung zu Jesus, „dann wirf dich von den Mauern des Tempels in die Tiefe, denn es steht doch geschrieben: Die Engel Gottes werden dich auf Händen tragen!“ Jesus springt nicht, sondern er antwortet: „Es steht auch geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!“
Natürlich meinte es der freundliche Mann, der mir entgegenkam, nicht so, und seine Antwort war auch alles andere als „teuflisch“, aber in der Begegnung ist mir klar geworden, wie schnell die Rede vom Gottvertrauen zu einer Versuchung Gottes werden kann. Zum Beispiel dann, wenn wir selber gedankenlos oder unverantwortlich handeln und uns dann aufs Gottvertrauen berufen. Das wäre so als hätte Jesus gesagt: „Ich habe Gottvertrauen!“ und wäre gesprungen.

Dem freundlichen Herrn, mit dem ich mich dann noch eine Weile unterhielt, natürlich in gebührendem Abstand, antwortete ich: „Ja, ich vertraue auf Gott, so wie Sie hoffentlich auch. Aber Gott vertraut auch auf uns, er vertraut darauf, dass wir den Verstand nutzen, den er uns gegeben hat und dass wir die Verantwortung übernehmen, die er uns übertragen hat, für unsere Nächsten, für uns selbst und für die Welt.“

Vertrauen setzt immer ein wechselseitiges Verhältnis voraus, so ist es zwischen Menschen, und so ist es auch zwischen Gott und uns. Wir vertrauen auf Gott, aber Gott vertraut auch auf uns. „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn. Und siehe, es war sehr gut“, so heißt es in der Schöpfungsgeschichte.
Dietrich Bonhoeffer hat gesagt: „Christliches Gottvertrauen heißt…sein Kreuz auf sich nehmen und es tragen“. Bonhoeffer unterscheidet davon ein „heidnisches Gottvertrauen“, das den Gang der Welt einfach als „Schicksal“ hinnimmt.
Christliches Gottvertrauen lässt uns nicht gleichgültig oder resigniert die Hände in den Schoß legen und abwarten, was geschieht, sondern es ermutigt uns und gibt uns Kraft, das Kreuz zu tragen, man könnte auch sagen, es stärkt uns, Verantwortung zu tragen. Bonhoeffer sagt: „Nicht die Welt aus den Angeln zu heben, sondern am gegebenen Ort das im Blick auf die Wirklichkeit Notwendige tun, kann die Aufgabe sein.“
Das gilt auch jetzt in diesen Wochen und Monaten der Pandemie. Als Christen können wir verantwortlich handeln und am gegebenen Ort das Notwendige tun, dazu beitragen, dass diese schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg mit vereinten Kräften überwunden werden kann.
Christsein heißt ja nicht, alles, was geschieht, als gottgegeben hinzunehmen. In welche Abgründe der Versuchung würden wir geraten, wenn wir behaupten wollten, die Corona-Pandemie sei von Gott geschickt, um die Menschen auf den Pfad der Vernunft zu bringen oder ähnliches. Was würden wohl die Opfer der Seuche und ihre Angehörigen dazu sagen? Und außerdem: Wenn alles, was geschieht, von Gott gewollt wäre, warum bitten wir dann im Vaterunser: „Dein Wille geschehe!“ Das ist schließlich eine Bitte und keine Feststellung.
Wir Christen glauben nicht an einen Schicksalsgott, sondern an den, der uns durch das Wort des Propheten Jeremia zuruft: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung“ (Jeremia 29, 11).
Dietrich Bonhoeffer sagt: Christsein heißt, „in der Fülle der Aufgaben und Fragen, Erfolge und Misserfolge, Erfahrungen und Ratlosigkeiten leben.“ Ich möchte hinzufügen: Und dabei sein Möglichstes geben, das Kreuz auf sich nehmen, Verantwortung tragen, Abstand halten und doch als Menschen zueinanderstehen.
So können wir weitergehen im Vertrauen auf Gott, der uns Zukunft und Hoffnung gibt.

Dass Sie dies tun, das wünsche ich Ihnen von Herzen. Bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer Peter Remy


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