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Andacht zu Karfreitag, 10.04.2020, von Pfarrer Theo Günther

(Ein Video zu dieser Andacht gibt es >>> hier.)

„Mein Gott, mein Gott: Warum hast Du mich verlassen?“  ‑‑  nach den Evangelien betet Jesus am Kreuz diese ersten Worte von Psalm 22 – hören wir mehr von diesem Psalm, denn wenn der Anfang zitiert ist, ist eigentlich der ganze Psalm gemeint:
2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?Ich schreie, aber keine Rettung ist in Sicht,ich rufe, aber jede Hilfe ist weit entfernt!
3 Mein Gott! Ich rufe am Tag, doch du antwortest nicht,ich rufe in der Nacht und komme nicht zur Ruhe.
4 Du bist doch heilig, du wohnst dort, wo ´dein Volk` Israel dir Loblieder singt.
5 Unsere Väter setzten ihr Vertrauen auf dich.Sie vertrauten dir, und du hast sie gerettet.
6 Zu dir schrien sie um Hilfe und wurden befreit,sie vertrauten auf dich und wurden nicht enttäuscht.
12 Bleib mir doch jetzt nicht fern!Die Not ist so bedrohlich nah,und da ist niemand, der mir hilft!
(Ps. 22,2-6+12)

 „Bleib mir doch jetzt nicht fern! Die Not ist so bedrohlich nah, und da ist niemand, der mir hilft!“  ‑‑‑  Ich denke an ein Brautpaar: im Mai wollten sie heiraten – vor gut 2 Wochen haben sie abgesagt: nicht nur weil die Möglichkeit mit Familien und Freunden zu feiern unsicher ist, sondern vor allem, weil beide im Moment gar nicht wissen, wie es wirtschaftlich mit ihnen weitergeht als Selbständige in Gastronomie und Veranstaltungsmanagement.

„Bleib mir doch jetzt nicht fern! Die Not ist so bedrohlich nah, und da ist niemand, der mir hilft!“  ‑‑‑   ich denke an eine Witwe: ihr Mann konnte vor wenigen Tagen nur im kleinen Kreis  der engsten Familie beigesetzt werden  ‑‑  er, der immer mitten im Leben stand / der über Jahrzehnte Kontakte zu Verwandtschaft und Nachbarn gepflegt, Dorf- und Vereinsleben mitgeprägt hat  -  in Anwesenheit von 5 Personen beigesetzt.  ‑‑  Und so geht es jetzt allen, die einen lieben Angehörigen verloren haben: zum Verlust und zur Trauer kommt noch der Schmerz der „Einsamkeit selbst beim Abschiednehmen“ dazu: Wo ist da Nähe und tragende Gemeinschaft zu spüren?

‑‑‑   Ich denke auch an Menschen in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen, die jetzt zu ihrem eigenen Schutz nicht besucht werden dürfen – und an ihre Angehörigen, die mit dem Gefühl zu Hause bleiben, jemanden im Stich zu lassen – auch wenn der Verstand genau weiß, dass das im Moment die größte Fürsorge ist. – Im Herzen fühlt es sich für viele doch irgendwie falsch an!

„Bleib mir doch jetzt nicht fern! Die Not ist so bedrohlich nah, und da ist niemand, der mir hilft!“ 

Ich denke auch nicht nur an die Bilder, die das Corona-Virus verursacht – ich denke auch an die Bilder von Menschen in überfüllten Schlauchbooten auf dem Mittelmeer  -  sind sie jetzt nicht mehr unterwegs, nur weil sie z.Zt. nicht in den Nachrichten vorkommen?

Oder die Bilder vom Lager Moria auf Lesbos, das für 3000 Menschen errichtet wurde und wo z.Zt. ca. 20.000 Menschen „zusammengepfercht“ ausharren.   ‑‑   Und was ist mit den Menschen von Idlib und den Lagern in Jordanien / im Libanon / in der Türkei???  ‑‑   Was ist mit den geknechteten und Hoffnungslosen in Mali, in Nigeria, in Somalia, im Jemen? - Ist dort auf einmal alles gut, nur weil mir keine Bilder ins Wohnzimmer geliefert werden? – Wohl kaum!   --   Wie oft gelten da die Worte aus dem Psalm, den Jesus am Kreuz betet: „Mein Gott, mein Gott: Warum hast Du mich verlassen?“ und „Bleib mir doch jetzt nicht fern! Die Not ist so bedrohlich nah, und da ist niemand, der mir hilft!“

Und auch ohne Corona gibt es reichlich Not unter uns:  der Pädophile, der um seine Falschheit und den Schmerz weiß, den anderen zufügt, und doch nicht aus seiner Haut kann.Oder die Frau, die ihren Mann nach fast 60 Jahren Ehe seit 4 Jahren aufopferungsvoll pflegt und jetzt das Ende der eigenen Kräfte spürt: sie wird ihn in ein Heim geben müssen, obwohl er das nie wollte; und sie auch nicht  ‑‑  und manchmal erschrickt sie über sich selbst, wenn sie betet, dass Gott ihn doch zu sich holen soll.Und mir fällt auch ein Elternpaar ein, dass keinen Zugang mehr zu ihrem drogenabhängigen Kind findet und jetzt in Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen zergeht.  -  wie oft klingt da überall der Schrei vom Kreuz an: „Mein Gott, mein Gott: Warum hast Du mich verlassen?“

Ich merke: Jesus ist nicht allein in seiner Gott-Verlassenheit – er leidet wie Millionen anderer Menschen: damals und heute!  --  Und auch umgekehrt: all die Leidenden / Ohnmächtigen / Hoffnungslosen sind ebenfalls nicht allein: Karfreitag erinnert daran, dass Gott das Leiden bis in den Tod hinein kennt. – Jesus hat es ausgehalten – ich glaube, „in Hoffnung“ ausgehalten:

·         „in Hoffnung“, dass der Tod nicht Gottes letztes Wort ist;
·         „in Hoffnung“, dass der Gott seiner Väter und Mütter im Glauben auch jetzt retten und befreien wird, wie er das Volk Israel immer wieder gerettet und befreit hat - und wie es der Psalm auch in Erinnerung ruft

Heute, an Karfreitag, ist es noch nicht soweit.  – Es ist nicht „alles gut“ ‑‑  Noch ist die Ohnmacht und der Schrei der Gottesferne zu spüren, stärker vielleicht als alles andere: „Mein Gott, mein Gott: Bleib mir doch jetzt nicht fern! Die Not ist so bedrohlich nah, und da ist niemand, der mir hilft!“   --   Und dennoch macht mir Jesu Schrei / Jesu Gebet am Kreuz doch auch Mut: Er schenkt mir, wenn nicht Gewissheit, so doch Hoffnung, dass der Gott, der gerettet hat, auch für uns Rettung bereit hält: im Leben: vielleicht ‑‑ im Sterben: gewiss!  ‑‑  Jesu Gebet am Kreuz weckt in mir „Karfreitags-Hoffnung“: Es wird nicht alles gut – aber: der Gott, der ferne scheint und nicht hilft, ist am Kreuz doch ganz nahe – geht mit / kennt meine Not – und begleitet durch die Not hindurch. Keiner und keine ist allein – nicht in Not und nicht im Tod.

Zu Karfreitag grüße ich Sie und wünsche Ihnen: Bleiben Sie auch weiterhin achtsam und hoffnungsvoll, mutig und besonnen, behütet und gesund.

Ihr Pfarrer aus dem Bezirk III
  Theo Günther

 


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